Das ist der neue Treff im Museum, wie gewohnt jeden 3. Mittwoch im Monat:
Treff im Museum 2026: Grün in der Stadt

Die Museumsfreunde laden 2026 wieder zum »Treff im Museum« ein. Vorträge und Ausflüge widmen sich dem Thema »Grün in der Stadt«. Den Auftakt der Reihe gestaltet Günther Bergan mit einem Vortrag zu den historischen Alleen Ludwigsburgs.
- 18. Februar: Historische Alleen (Bericht)
- 18. März: urbanfarmup / microgreens (Bericht)
- 15. April: Bürgerschaftliches Engagement (Bericht)
- 20. Mai: Firmengarten Hahn + Kolb (Bericht)
- 17. Juni: Hinterhofgarten (Bericht)
- 16. September: Weinbau in Steillagen (Ankündigung)
- 21. Oktober: Öffentliches Grün
Historische Alleen
18. Februar, 18.00 Uhr im MIK
„Zur besonderen Zierde und Verschönerung der Stadt gereichen die breiten und langen Alleen“, hielt der Ludwigsburger Dekan Zilling 1777 in seinen Erinnerungen fest. Auch der Hofgärtner verstand die Alleen als bewusst gestaltetes Element zur Verschönerung von Stadt und Landschaft. Seitdem sind rund 250 Jahre vergangen.
Günther Bergan zeichnet in seinem Vortrag die Entstehung und Geschichte der Ludwigsburger Alleen nach – von den strengen Ordnungsvorstellungen des Absolutismus bis zu ihrer Wiederentdeckung durch das erstarkende Bürgertum als Ort des Sonntagsspaziergangs für die ganze Familie. In seiner Blütezeit umfasste das Ludwigsburger Alleennetz rund 40 Alleen, darunter solche mit heute ungewohnt anmutenden Namen wie Ochsen-, Nussbaum-, Gänsfuß-, Opern-, kurze oder dicke Allee.
Natürlich kommen auch besondere Persönlichkeiten und Anekdoten zur Sprache: etwa der berühmte Alleenknecht David Friedrich Beutel, der über die Einhaltung der Vorschriften wachte, oder ein gutgläubiger Veteran, der sich selbst als Besitzer einer Allee verstand. Hier folgt eine Kurzfassung des Vortrags:
„Alleen – stadtbildend für Ludwigsburg
Mit Herzog Carl Eugen kommt der Wunsch nach Prachtentfaltung, um die Besucher mit Neid zu erfüllen. Dazu diente auch der Ausbau der Alleen. Die von Nord-Süd-Richtung angelegten Alleen dienten der Repräsentation und waren dem Hof vorbehalten. Die fünffach bepflanzte Vordere Allee flankierte die Staatsstraße von und nach Stuttgart. Queralleen dienten als Zubringer zu den Vororten. Die Hauptalleen wurden von livrierten Alleenaufsehern bewacht, die Alleen zu den Vororten waren meist mit Obstbäumen bepflanzt. Diese Feldalleen schufen eine schnurgerade Verbindung mit dem Kern der Stadt. Erhalten sind bis heute z.B. der Knotenpunkt „Gänsfuß“ der zum Osterholz führt. Früher mit Obstbäumen sind sie heute mit Linden und Kastanien bepflanzt. Die breiteste Allee ist bis heute die Königsallee, die das Schloss mit der „Grünen Bettlade“ verbindet und bis heute eine viel begangene Flaniermeile bildet. Der Schatten, den die oft in Doppelreihen gepflanzten Bäume warfen, führte nicht selten zum Streit mit den Bauern, die um den verminderten Ertrag ihrer Bäume fürchteten.
Beispielhaft werden noch heute bestehende „Alleenstraßen“ aufgeführt: Alt-Württemberg-Allee, Asperger Strasse bis Gänsfuß, Königsallee mit Grüner Bettlade, Lindenstraße, Seeschlossallee, Osterholzallee, Schwieberdinger Straße, Stuttgarter Straße (ursprünglich 5fache Lindenallee, heute flankieren einseitig Kastanien, die B27 deren Bau eine Bürgeraktion „Rettet die Allee“ hervorbrachte), Talallee, die ursprüngliche Verbindung von Osterholz und Favoritepark.“



urbanfarmup / microgreens
18. März, 18:00 Uhr Schwieberdinger Straße 74, urbanharbor-Areal
Der Außentermin zeigte vor Ort die Transformation der unterirdisch leerstehenden und nicht nutzbaren Flächen (ehemalige Luftschutzbunker) in vertikale Landwirtschaft:
Am 18.03.2026 besuchten wir mit einer Gruppe von 25 Personen die sogenannte „underground farm“ des Unternehmens urbanfarmup, das sich im Areal urbanharbor auf dem ehemaligen Hüller-Hille Gelände in der Ludwigsburger Weststadt befindet. Was noch nach Zukunftsmusik klingt, ist dort schon längst Realität – tief unter der Erde: Das Unternehmen produziert frische Microgreens – direkt unter Büros, Photovoltaikanlagen und Industrie.
Die Produktion erfolgt nicht sichtbar auf Freiflächen, sondern in einer unterirdischen Anbauanlage in umgenutzten Gebäudeteilen des Areals. „Über uns sind die Büros von Porsche, auf dem Dach die PV-Anlagen, nebenan ist das Kraftwerk der Stadtwerke. Das sind die besten Voraussetzungen für die Farm der Zukunft“, heißt es in einem Imagefilm des Unternehmens. Gemeinsam mit dem Reutlinger Unternehmen Rieber sowie der Ludwigsburger Firma Mann+Hummel wurden hierfür spezielle Anbausysteme entwickelt, die eine ressourcenschonende Produktion der Nahrung ermöglichen.
Das 2018 gegründete Unternehmen urbanfarmup hat sich auf sogenanntes Vertical Farming spezialisiert, also den Anbau von Pflanzen in mehrstöckigen, kontrollierten Indoor-Systemen. Statt auf Feldern wachsen die Pflanzen in Regalsystemen unter LED-Licht, bei konstanten klimatischen Bedingungen. Ziel ist es, unabhängig von Wetter und Jahreszeiten hochwertige Lebensmittel zu produzieren und gleichzeitig Ressourcen zu schonen. Die Vorteile dieser Anbaumethode sind vielfältig: Durch die kontrollierte Umgebung kann auf Pestizide verzichtet werden, während gleichzeitig der Wasserverbrauch im Vergleich zur konventionellen Landwirtschaft deutlich reduziert wird – laut Unternehmensangaben um bis zu 95 Prozent. Auch Transportwege werden minimiert, da die Produktion direkt vor Ort in der Stadt erfolgt.
Besonders eindrucksvoll ist der Produktionsstandort selbst. Die Pflanzen wachsen im urbanharbor in umgenutzten unterirdischen Flächen, teilweise in ehemaligen Luftschutzbunkern. Diese nachhaltige Flächentransformation nutzt vorhandene Strukturen und sorgt durch natürliche Isolation für einen vergleichsweise geringen Energiebedarf. Max Maier Junior, Sohn des Gründers von urbanharbor, führte uns durch die „Underground Farm“. Im Zentrum der Produktion stehen sogenannte Microgreens – junge Gemüse- und Kräuterpflanzen, die bereits wenige Tage nach der Keimung geerntet werden. Trotz ihrer geringen Größe haben sie eine besonders hohe Nährstoffdichte. Studien zufolge enthalten sie ein Vielfaches an Vitaminen und sekundären Pflanzenstoffen im Vergleich zu ausgewachsenen Pflanzen.
Neben ihrem gesundheitlichen Wert überzeugen Microgreens auch kulinarisch: Mit intensiven Aromen und vielfältigen Geschmacksrichtungen – von mild bis scharf – finden sie vor allem in der gehobenen Gastronomie Verwendung. Wir erhielten vor Ort Einblicke in die Produktion sowie in die Einsatzmöglichkeiten der Pflanzen in der Küche. „Wir durften die Keimlinge vor Ort auch probieren“, so unsere zweite Vorsitzende Elfriede Krüger. „Sie sind ungefähr so groß wie Kresse. Man kann nicht immer direkt ersehen, welches Gemüse man in junger Form vor sich hat. Am Geschmack erkennt man es dann aber doch schnell und das Geschmackserlebnis ist wirklich interessant. Wir haben Erbse, Brokkoli, Radieschen, Knoblauch und Weiteres probiert.“. „Und die Produktion erfolgt flächenarm. Für die 200 m², die urbanfarmup an unterirdischer Anbaufläche benötigt, bräuchte man mit konventioneller Landwirtschaft 31.000 m²“, so ihr Mann Ulrich Krüger. Der Besuch verdeutlicht, wie eng Themen wie Nachhaltigkeit, Ernährung und Stadtentwicklung heute miteinander verknüpft sind. Projekte wie urbanfarmup zeigen, wie innovative Technologien dazu beitragen können, Städte resilienter und umweltfreundlicher zu gestalten.
Mit unserer Veranstaltungsreihe greifen wir diese Entwicklungen bewusst auf und erweitern den Blick auf das Museum als Ort gesellschaftlicher Auseinandersetzung. Der Ausflug zu urbanfarmup bot dabei nicht nur informative Einblicke, sondern auch konkrete Eindrücke davon, wie „Grün in der Stadt“ künftig aussehen kann.









Bürgerschaftliches Engagement
15. April, 18.00 Uhr im MIK
Christine Knoß (Naturpark West e. V.), Gerhard Lämmermeier (OGV Eglosheim) und Jaqueline Wahl (Lokale Agenda Oßweil) berichten von ihrer Arbeit.
Bericht LKZ




Firmengarten von Hahn+Kolb
20. Mai, 18.00 Uhr im MIK
Für die Themenreihe „ Grün in der Stadt“ hatten wir Herrn Jan Beinecke von der Firma Hahn&Kolb eingeladen, der über die große Gartenanlage hinter dem futuristischen Firmengebäude berichtete. Auf einer Fläche von 26.000 Quadratmetern ist ein einzigartiges Biotop entstanden, wofür die Firma mehrere Preise erhalten hat, unter anderem den ersten Preis für „FirmenGärten grün und gut“.
Zu diesem Biotop zählen neben Wiesen und Baumwiesen auch zwei Teiche, die ohne Folien angelegt wurden. Sie dienen als Retentionsbecken, in denen das Regenwasser der großen Logistikhalle zur Versickerung aufgefangen wird. Grundsätzlich versucht die Firma mit möglichst wenig Eingriffen in die Natur auszukommen, so werden auch nur im Extremfall zum Beispiel Neupflanzungen bewässert. Oder ein Befall mit Raupen des Eichenprozessionsspinners erfordert eine Behandlung, da diese starke allergische Reaktionen auslösen. Bei ihren Vorhaben wird die Firma von der Hochschule Nürtingen beraten. Natur hat immer Vorfahrt, wenn es sein muss wird auch einmal ein Parkplatz wegen einer Pflanze gesperrt, die sich von alleine dort angesiedelt hat. Ein Monitoring ergab ca. 62 Bienenarten, die zum Teil auf der Roten Liste stehen. 19 Vogelarten, 13 Falter und 12 Libellenarten wurden schon gezählt. Es gibt einen Hochstand für Greifvögel und ein Turmfalkenpärchen ist inzwischen heimisch geworden. Mit etwas Glück kann man sogar gelegentlich Hasen über die Wiesen hoppeln sehen. Natürlich bleibt der Insekten wegen der Grasschnitt auf den Blumenwiesen nach dem Mähen liegen. Die Beschäftigten und Gäste von Hahn und Kolb können auf Splittwegen durch die Anlage schlendern. Bänke laden dazu ein, das Naturerlebnis zu genießen. Erklärtes Ziel ist auch, Anregungen für den eigenen Garten zuhause zu geben. Für die Öffentlichkeit ist das Gelände allerdings nicht zugänglich. Tatsächlich war der Mehrheit des zahlreichen Publikums die Existenz dieser Naturgartenanlage unbekannt.

Außentermin: Hinterhofgarten
17. Juni, 18.00 Uhr Treffpunkt im MIK. Von hier ging es zu Fuß los.
In einen Hinterhofgarten entführte uns Sabine Deutscher. Anschließend lud Heike Hager ein in ihren Bienen-Garten in der Alten Gasse. Wie gewohnt trafen wir uns zum Abschluß im Café Lu zu einem Umtrunk.



Weinbau in Steillagen
16. September, 18.00 Uhr im MIK
Christine Eisenschmid berichtet von den Neckarhelden. Elmar Kunz von Tourismus und Events Ludwigsburg berichtet von Ideen zum Erhalt und zur Förderung der Steillagen.
Öffentliches Grün
21. Oktober, 18.00 Uhr im MIK
Ulrike Schmidtgen vom Fachbereich Tiefbau und Grünflachen der Stadt Ludwigsburg informiert über Maßnahmen zum Erhalt und zur Ausweitung der Grünflächen in der Stadt und zum Stand der BUGA-Bewerbung.